Das Jahr 2018 wartete mit zwei Touren auf – zum einen wurde im Juli der Rennsteig erobert, als Ossi ja auch irgendwie ein Klassiker, den man mal gemacht haben muss, wenn man sich für das Wandern begeistert. Desweiteren folgte im August ein Hüttentrip auf dem Lasörling-Höhenweg in Begleitung meiner guten Freundin Ivonne.
Beginnen wir mal in Thüringen. Der Rennsteig ist knapp 170km lang, verläuft quasi immer genau über den Kamm des Thüringischen Schiefergebirges und gehört zu den meist begangenen Wegen Deutschlands. Also Rucksack auf, gut eine Woche dafür einplanen, sollte ja zu schaffen sein. In der Nähe von Eisenach startet der Weg am Fluß Werra, wobei es hier die Tradition ist, einen Stein aus dem Fluß mitzunehmen und diesen am Ende in die Saale wieder zu werfen. Also Steinchen geschnappt und ab auf den Rennsteig.

Wandertechnisch bietet der Rennsteig kaum Schwierigkeiten. Die ersten Tage gilt es immer wieder einige Höhenmeter zu überwinden, da man sich von gut 200 Meter auf knapp 1.000 Meter „hocharbeitet“. Größtenteils geht es über Forstwege und im Wald entlang. Eine Höhepunkt ist sicherlich das Wintersportzentrum Oberhof, wobei dies im Sommer auch eher trostlos wirkt und das Biathlonstadion gespenstisch leer ist. Hier habe ich zufällig mit der Deutschen Rodelnationalmannschaft im gleichen Haus übernachtet. Ansonsten sind die Ausblicke ganz nett, aber im Vergleich zu den Alpen eher unspektakulär. Mittelgebirge halt.


Im zweiten Teil wird der Weg dann teilweise auch richtig langweilig, es geht über Felder, teilweise Asphalt. Im Juli herrschte hier auch eine extreme Hitze, so dass es zum Schluss auch absolut kein Spaß mehr machte, die Füße glühten und waren am Ende mit zahlreichen Blasen übersäht… Nicht zu vergessen der Abschnitt über den ehemaligen Grenzweg – wer solche Wege als Wanderwege deklariert, fährt definitiv nur Auto. Schlimmer geht’s nicht (wer schon mal am Brocken war, kennt die auch).

Nichtdestotrotz – am Ende bin ich zufrieden in Blankenstein an der Saale angekommen und habe mein Steinchen zurück ins Wasser befördert. Irgendwo doch ein erhabener Moment, wenn man damit die Reise beendet.

Nach dem Mittelgebirge ging es dann später im August endlich wieder in die Nähe der mächtigen Gipfel. Auserkorenes Ziel war der wenig bekannte Lasörling-Höhenweg in der Nähe des Großglockners und Großvenedigers. Etwas südlich davon verläuft der Weg über mehrere Almen und Hütten entlang des Lasörlingkamm. Nach der Anreise nach Matrei in Osttirol und dem Besuch des hiesigen Naturparkmuseums, erfolgte am nächsten Tag der Aufstieg in die Höhe zur Zunigalm, welche bereits prächtige Aussichten über das Tal und die umliegenden Gipfel offenbarte.

Weiter ging es zur wunderschön gelegenen Zupalseehütte, wobei der Weg dorthin sich absolut gewaschen hatte. Mehrere Auf- und Abstiege, kumuliert weit über 1.000 Höhenmeter bergauf und insgesamt mehr als 8 Stunden Wanderung galt es zu überwinden. Dennoch ein traumhafter Weg und jede Anstrengung wert.



Zum Glück war der Folgetag etwas kürzer, da dieser Etappe definitiv seine Spuren hinterlassen hatte. Bis zur Lasörlinghütte (am namensgebenden Berg Lasörling gelegen, der einzige 3000er des Bergkamm) war es nicht so weit – frühes Ankommen, Mittagsschläfchen und Kraft tanken war angesagt. Denn der Folgetag wies mit dem Bergertörl auf 2.850 Meter Höhe ein durchaus respektables Hindernis auf, wobei der steile Anstieg nicht der größte Knackpunkt war. Oben angekommen genossen wir mit einigen Mitwanderern die gigantische Aussicht.


Der Abstieg erfolgte über groben Schutt und der kleine Eissee auf dieser Höhe erinnerte einen auch daran, dass hier vor gar nicht so langer Zeit noch ein Gletscher vorhanden war.

Aber auch hier ging es immer weiter nach unten, bis wir schließlich die ebenfalls wunderschön gelegene Berger-See-Hütte erreichten (und kurz lautstark in den See gesprungen sind) – und dort die immer noch besten Käsespätzle genossen, die ich jemals auf einer Hütte gegessen habe. Absolut famos!

Der Weiterweg wurde aufgrund von Wetterkapriolen etwas geändert, so dass wir erstmal abstiegen, um dann am Ende noch zur wärmstens empfohlenen Clara-Hütte zur gelangen, wo wir noch zwei Nächte verbrachten. Eine Hütte wie ein Traum – wir wurden wärmstens schon beim Empfang begrüßt, die Zimmer aus Zirbenholz dufteten unglaublich. Und nach einer kleinen Tageswanderung wollten wir dann wieder in den Abstieg – um festzustellen, dass es über Nacht im August einen kompletten Wintereinbruch gegeben hatte.


So ging es durch diese Winterlandschaft langsam bergab, begleitet von verwirrten Schafen, die uns den Weg versperrten und immer gut vorsichtig, da es doch stellenweise recht glatt war.


Da merkt man eben auch, dass in den Bergen auch im Hochsommer mit sowas zu rechnen ist. Irgendwann erreichten wir dann die Schneefallgrenze, verabschiedeten uns aus dem Winterparadies und beendeten damit auch diesen schönen Bergtrip in Österreich.

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