„Das Hüttenleben kann schön sein“. So endete der Eintrag gestern… da rechnet man aber nicht damit, dass die 30 Italiener sowas wie die Hüttenruhe nicht kennen und sich ewig laut auf den Zimmern noch unterhalten haben. Somit war dies eine furchtbare kurze Nacht, drei Kaffee floßen am Morgen die Kehle herunter, um die Lebensgeister wieder einigermaßen zu wecken. Ursprünglich wollte ich heute über den Gipfel des Hochwart wandern, um dann zur Hochalm abzusteigen. Nachdem ich am Vortag sehen konnte, dass die Nordseiten der Scharten noch schneebedeckt sind, entschied ich mich für Plan B – Abstieg zur Passstraße, kurzes Stück mit dem Bus und dann Aufstieg über die andere Seite.

Also runter und weiter durch das eindrucksvolle ehemalige Bergbaugebiet. Steil ging es bergab, denn der einzige Bus sollte erreicht werden. Früher waren hier hunderte Bergleute tätig, inzwischen haben die Kühe hier ein Zuhause gefunden.


Nach gut einer Stunde war ich dann unten, bissel warten auf den Bus und nach ein paar Minuten ging es dann zu Fuß weiter in den Wald.

Schließlich erreichte ich wunderschöne Blumenwiesen am Südhang oberhalb des Passeiertals.

Hier gab es dann eine kleine Mittagspause auf der Eggergrubalm – Kuchen, Kaffee, mehr war nicht drin, denn der letzte steile Anstieg wartete ja noch zur Hochalm.

Also Rucksack geschultert und weiter hoch. Weiterhin im guten Tempo erreichte ich dann die wunderschön gelegene Hochalm am Fuß des Hochwart. Ein wundervolles Panorama lässt sich hier begutachten – Sarntaler Alpen, Texelgruppe, einfach grandios. Dazu Sonnenseite, ein traumhafter Platz hier oben.

Heute war ja nun auch der Tag, wo die beiden Wanderfreundinnen aus dem Erzgebirge zu mir stoßen sollten, die die nächsten Tage dabei bleiben. Da sich diese noch auf dem Weg befanden, holte ich erstmal ein wenig Schlaf nach in den wundervollen Zimmern, die sich hier befinden. Am Abend gab es nun das Treffen und ich hab meinen Perso auch wieder. Ein wunderbares Abendessen erwartete uns und jetzt gilt es, die Abendstimmung zu genießen. Bei Einbruch der Dunkelheit soll es nach ein Lagerfeuer geben, welches zum 18.Juni Tradition in der Alpenregion ist. Und heute ist auch keine große Gruppe hier, wir sind alleine in der Hütte und genießen den Abend mit den Hüttenleuten.
