Gestern abend gab es noch ein Highlight auf den Bergen zu bestaunen, denn das Herz-Jesu-Feuer steht traditionell am 18.Juni hier auf dem Programm. So leuchteten um uns herum die Feuer auf den Bergen, ein Anblick wie bei Herr der Ringe, als die Leuchtfeuer von Gondor angezündet wurden. „Und Rohan wird antworten“ lautete die Ansage von König Theoden, so ähnlich fühlte sich auch unser Hüttenwirt, der natürlich auch ein Feuer vor dem Haus entzündete.

Am Morgen ging es dann frisch gestärkt zu dritt in die Spur – neben mir waren ja nun die beiden erzgebirgischen Wanderbegleiterinnen dabei, die ich letztes Jahr in der Schweiz kennengelernt hab. Plan war heute eine Hang- und Gratwanderung am Jaufenkamm entlang bis zur gleichnamigen Passstraße, von wo es dann mit dem Bus ins kleine Bergdörfchen Pfelders gehen sollte. Man hätte auch direkt hinlaufen können, aber das wäre ein furchtbarer Weg gewesen…

Der Weg war ein Traum, ein schmaler Pfad am Bergrücken, immer wieder hoch und runter, vorbei an den hohen Berggipfeln. Doch auch wir sollten heute noch Gipfelluft schnuppern, mit dem Glaitner Hochjoch auf 2.390m Höhe war der höchste Punkt schon aus der Ferne gut erkennbar. Von oben drückte die Sonne heute unerbittlich, am Himmel begannen auch die Wolken reihum zu quellen – das dürfte später sicher noch gewittern.

Die Gratwanderung war durchaus anstrengend (viele steile Steintreppen), bot aber einen fantastischen Blick. Links das Ratschingstal, rechts das Passeiertal, 1500m oben drüber wir.

Das Glaitner Hochjoch war nun in greifbarer Nähe, doch statt Gipfelrast hieß es umgehende Flucht, denn Abermillionen Fliegen tummeln sich hier oben, angelockt vom Schafskot, der überall auf den Hängen zu finden war. Also fix weiter.

Der Rest war jetzt nicht ganz so abwechslungsreich. Immer weiter am Hang entlang unter brütender Hitze, runter, wieder hoch, und dann wieder runter. Gegen 1 erreichten wir die Flecknerhütte, genossen eine längere Pause und machten uns dann weiter Richtung Bus, der sich in spektakulärer Manier hier die Passstrassen hoch unter quält. Hinter mir im Bus ein paar Rentner, die bei jeder Serpentine Schnappatmung bekamen und fremde Autofahrer aus dem Bus heraus anbrüllen wollten. Naja… sollen sie das nächste Mal an die Ostsee fahren…

Abends gab es noch ein vorzügliches Vier-Gänge-Menü in dem kleinen und sehr schicken Hotel. Morgen wird es spannend – mit den Spronser Seen wartet ein absolutes Highlight auf uns. Aber der Weg soll noch gut unter Schnee liegen und eine Alternative gibt es nicht so richtig. Also lautet die Entscheidung – wir probieren es und wenn es nicht geht, dann drehen wir um und sehen dann weiter. Schauen wir mal 😀