Der Entschluss stand nun fest, dass es hinauf zum Spronser Joch gehen sollte, auch wenn das Ergebnis noch ungewiss war. Mir war bewusst, dass ich keine sinnlosen Gefahren eingehen werde und im Zweifelsfall nach 3 Stunden Aufstieg auch wieder absteigen würde, wenn es zu gefährlich wird. Aber wir hoffen das Beste 😀. Morgens verabschiedeten wir uns noch mit einem grandiosen Frühstück von wundervollen Hotel Rosmarie in Pfelders und quasi ohne Umschweife begann ein schöner, steiler Anstieg im Wald. Rundherum Farne, man fühlte sich eher an Mittelamerika erinnert.

Am Ende des Waldes erreichten wir die Falschnalalm. Hier fragte ich auch nochmal, ob der Pass begehbar ist und die Antwort war positiv. Es kommen jeden Tag einige Wanderer durch und die Schneefelder sind gespurt. Perfekt, das war die Antwort, die ich hören wollte. Zudem gab es Selfies mit Pferden und auch die Kälber kamen zum Kuscheln vorbei.

Dann ging es ins sehr weitläufige Falschnaltal – immer stetig leicht bergauf, von oben drückte die Sonne und die Berge ringsherum erstrahlten, während reihum noch die Schneeschmelze im Gang ist und die Bäche gut gefüllt gen Tal stürzen. Bereits in der Ferne konnte man den ersten Übergang sehen, auf den es hoch gehen sollte, doch bis dahin verging noch einiges an Zeit und Strecke.


Oben angekommen auf dem Falschnaljoch bot sich dann wieder diese wundervolle Hochgebirgsszenerie, die einen nur verzaubern kann. Selber auf 2.400m Höhe sieht man rundherum die noch höheren Gipfel, die weiten Taleinschnitte und das Wolkenspiel über den Bergspitzen. Thema Wolken – diese zogen nun richtig auf und machten sich insbesondere in der Ecke breit, wo es nun hingehen sollte. Der einfache Teil war geschafft, jetzt sollte der Übergang zum Spronser Joch kommen. Man konnte schon direkt erahnen, dass hier vor kurzem noch alles voller Schnee war, der Boden feucht und überall floss es herunter. Aber die ersten Meter waren noch problemlos zu laufen und auch die ersten Schneefelder konnte man problemlos umgehen. Nun erstreckte sich allerdings ein größeres vor mir – und die Spuren wiesen daraufhin, dass es da durchgehend sollte. Also drauf, irgendwie die Fußspuren erwischen und hoffen, dass man nicht tiefer einsinkt. Eine Spur im Schnee ist wirklich wichtig – man läuft selber nicht Gefahr, dass man sich verläuft und bricht zudem nicht zu tief urplötzlich ein, was das Risiko einfach kleiner macht. Naja, irgendwann hing ich dann trotzdem bis zur Hüfte drin, war aber alles halb so wild. Etwas würdelos robbte ich dann einfach auf allen Vieren, bis ich die sicheren Felsen erreichte.

Oben am Spronser Joch angekommen war die Sicht inzwischen bei Null und vor uns ein riesiges Schneefeld, welches sich erstmal als unüberwindbares Hindernis darstelle. Mir war klar, da gehe ich auf keinen Fall rüber, da es auch sehr steil war. Glücklicherweise entdeckte ich dann an der Seite einen kleinen Übergang, wo der aktuelle Weg auch lang ging – also freestyle über die Felsen klettern und dann zack über den kleinen Schneehang ab auf den Weg.

Nun also in den Abstieg und sehr schnell erblickten wir nun das Hauptziel des heutigen Tages – die Spronser Seen. Und wie unfassbar schön diese sind. Der erste See war noch halb gefroren und bot einen fantastischen Anblick. Diesen sieht man tatsächlich auch nur, wenn man die Überschreitung über den Pass macht und man kann es nur empfehlen, denn dieser Ort ist einfach magisch.

Weiter unten kamen dann der Grünsee und der Langsee in den Blick – auch hier wieder absolut grandios, wie diese Seen in diesem Bergpanorama auf über 2.300m Höhe eingebettet sind. Der Abstieg ging dann auch direkt am Grünsee entlang, ich bin ganz fix auch noch zum Langsee gelaufen.



Von dort ging es dann noch ein klein wenig runter bis zur Oberkaseralm, wo das heutige Nachtquartier aufgeschlagen wurde. Das Abendessen (Käseknödelsuppe und Hirtenmaccheroni) unglaublich gut und so viel, dass ich beschämt etwas zurückgeben musste. Thema Essen – nach dem Frühstück esse ich bei der Wanderung bis auf ein paar Schokoriegel eigentlich nix (oder halt mal ein Stück Kuchen, wenn was schönes auf dem Weg liegt). Richtig groß gibt es dann erst wieder abends, was dann aber auch richtig zelebriert wird. Die Übernachtung in der Alm interessant… ein kleines Zimmer, zwei „Trippelstockbetten“ mit wenig Platz dazwischen. Naja, besser wie draußen schlafen 😀
