Transfer- und Faultiertage

Ein paar Tage war es ruhig und nun grüße ich erneut aus dem schönen Sterzing unweit vom Brenner. Diesmal sogar mit Ausweis. Sterzing? Moment, da war ich doch schon vor einer Woche, als ich angereist bin. Bin ich nun quasi schon auf dem Rückweg? In gewisser Weise schon, mehr dazu später.

Vor zwei Tagen hieß es erstmal den Abstieg von der Nassereithütte auf mich zu nehmen. Am Abend entdeckte ich hinter der Haus noch ein ganzes Rudel kleiner Hasen, die fröhlich neben dem Bach vor sich her hoppelten.

Runter ging es über den sogenannten Alpinsteig neben dem Partschinser Wasserfall. Ganz nett, wieder unzählige Steinstufen und schnaufend entgegenkommende Wanderer, die zur Hütte aufsteigen wollten und mir mehrfach die Frage stellten, wie weit es noch sei. Danach ging es weiter mit dem Bus, wobei ich zweimal von den Fahrern einfach durchgewunken wurde, als ich einen Fahrschein kaufen wollte. Die sahen mir sicherlich an, dass ich nur ein armer Wandersmann bin. Angekommen in Meran erschlug mich dann kurz die Hitze, auf 300 Metern ist das Klima dann doch anders.

Nun ging es nochmal gut 1,5 Stunden mit dem Bus hinein ins Ultental. Noch nie gehört? Ich auch nicht. Aber wunderschön ist es dort. Geplant war eigentlich nur eine Übernachtung in einer netten Pension, aber schon bei der Busfahrt war mir klar, dass ich die Pläne ändern werde, da es am Tag drauf sehr schlechtes Wetter geben sollte. Also einen richtigen Ruhetag einschieben und dann sehen wir weiter.

Das kleine Dörfchen St.Gertraud bildet fast den Talschluss, dahinter beginnen die hohen Berge. Und hier ist auch schon zu sehen – ganz oben auf den Gipfeln und Scharten ist es noch weiß.

Gestern gab es dann viel Schlaf, zum einen war es schön, einfach mal zu ruhen, zum anderen brauchte ich die Zeit aber auch, um einen kleinen Infekt auszukurieren, der sich urplötzlich am Vorabend ausbreitete. Statt 20.000+ Schritten waren es keine 1.500… Immerhin wurden meine Sachen noch mit gewaschen, ein feiner und wichtiger Zug, denn über die lange Zeit wird manches sonst unbenutzbar. Es regnete übrigens keinen Tropfen hier, auch wenn es anderswo eine Menge Niederschlag gab.

Nun also die Frage, wie weiter. Von der Pension hörte ich auch, dass die Übergänge zwischen den Hütten noch verschneit und quasi kaum gespurt seien. Da die Hütten die Tage jetzt auch aufmachen, ist da auch noch niemand durch. Sollte ich der erste sein, der das auf sich nimmt? Nö – lasst mal. Und da kam nun die Idee, was ich als Alternative machen kann. Dolomiten sind immer toll, auch rundherum wären auch noch viele schöne Sachen machbar. Aber am Ende gefiel mir die Idee am besten, quasi zurückzulaufen. Also nun von Sterzing aus durch die ganzen Täler westlich vom Brenner Richtung Innsbruck und dann vielleicht noch durchs Karwendel. Routen gecheckt – jeden Tag mindestens 1000m hoch und runter, Unterkünfte gebucht, das klingt doch nach einem Plan. Quasi Alpenüberquerung in der Gegenrichtung.

Heute morgen gab es dann noch eine kleine Wanderung um den Weißbrunnsee oberhalb des kleinen Dorfes. Durchaus schön anzusehen und die Beine durften sich für die kommenden Tage schon mal aufwärmen.

Danach wieder ein längerer Transfer nach Meran und mit dem Zug nach Sterzing. An ein paar Sachen aus der Altstadt erinnere mich noch, als ich 2017 mal hier durch bin (damals allerdings nach 35km Hitzemarsch vom Berg runter völlig fertig…). Schickes Städtchen, nun suche ich mir eine Pizzeria und morgen geht es endlich wieder auf den Berg!

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