Schwindelerregender Aufstieg nach Österreich

Guten Mutes ging es heute morgen in den Tag. Pizza am Abend, guter Schlaf, ruhiger Magen, passables Frühstück – was sollte da schief gehen. Würde nicht der wagemutige Aufstieg zum Portjoch auf mich warten, 1.000 Höhenmeter am Stück, keine Einkehrmöglichkeit, einfach steil den Hang hinauf, den ich schon seit gestern vom Balkon begutachten kann. Um ehrlich zu sein, ich hab genau hingeschaut und keine Spur eines Weges gefunden.

Das Portjoch ist der kleine Sattel halblinks hinten

Gut einen Kilometer ging es erstmal flach, ideal zum Warmlaufen. Und dann begann der große Spaß 😀

Drei Stunden waren angezeigt für den Anstieg. Gestern hätte ich vermutlich neun gebraucht, gespannt war ich, wie der Körper heute performen möchte. Und die ersten Meter waren vielversprechend. Konstantes Tempo und langsam begann der Weg sich in die Höhe zu schrauben.

Und mit jedem Meter wurde der Weg schöner. Ein alter Militärpfad in der Grenze zwischen Italien und Österreich. Wer mal keine Lust auf den Brenner hat, dem sei dieser Übergang wärmstens empfohlen. In zahllosen Serpentinen ging es aufwärts, zuerst im Wald, später wurde es dann felsiger. Und hier kribbelte es dann auch das erste Mal, denn ab nun waren Fehler verboten. Der Hang fiel mehrere hundert Meter steil nach unten ab. Ausrutschen, ein Umknicken… schlechte Idee. Teilweise gab es Seilversicherungen, eine kleine Leiter war auch zwischendurch angebracht. Der Weg war top in Schuss, aber definitiv nur etwas für Schwindelfreie.

Nach gut dreiviertel des Anstieges traf ich dann den ersten Menschen unterwegs – kurzes Gespräch, was man so vor hat, paar Worte über den Weiterweg und weiter ging es. Nach den Steilstufen wurde es oben dann plötzlich etwas flacher, statt brüchigem Fels nun sanfte Wiesen und überall Blümchen. Auf dem letzten Stück zum Pass sah man noch alte Grenzbefestigungen – und nach 2:40h war ich dann oben auf dem Joch.

Von hier konnte ich tatsächlich auch das Hotel sehen, in dem ich übernachtet hatte – und auf der Gegenseite strahlte der Obernberger See in der Tiefe, während rechter Hand die schneebedeckten Zillertaler Alpen in der Ferne glänzten. Nun hieß es Abschied nehmen von Italien und Hallo Österreich. Der Abstieg war dann ein absolutes Kontrastprogramm. Keine Sonne mehr, ordentlich Wind und ein besch… Weg – ständig riesige Löcher, halt deutlich mehr ein Kuhpfad. Leicht fluchend ging es nach unten, aber mit jedem Schritt näherte ich mich dem See. Unten angekommen begrüßte mich erstmal eine Herde Kühe am Ufer, teilweise auch durchs Wasser watend. Hier war nun wieder Touri-Gebiet… Kurzes Päuschen am Ufer, paar Bilder und dann weiter. Das ist nun schon mein dritter Besuch hier – zuerst Pfingsten letzten Jahres und dann noch ein Winter-Trip kurz vorm letzten Weihnachten. Somit sind die Wege bekannt und flugs ging es nach Obernberg am Brenner zu einem meiner Lieblingshotels (Almis Berghotel).

Eine wunderschöne Etappe und ein geiler Anstieg!

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