Geschafft – sämtliche Vorbereitungen sind vorbei. Es geht los. Ein halbes Jahr Planung finden nun ein Ende. 8 Wochen frei, 8 Wochen Zeit, um die Pyrenäen zu durchqueren. Dass man so ein Vorhaben eher nicht spontan angeht, sondern gewisse Vorkehrungen getroffen werden, dürfte logisch sein. Vor allem bei mir, der sich gern jeden einzelnen Berg schon vorher anschaut, um abzuwägen, wo man am besten hoch gehen kann. Nun – das war jetzt nicht so möglich, aber eine gewisse Grundplanung, wo der Weg langführen sollte, musste sein und so habe ich nun die ersten 1,5 Wochen soweit fixiert.
Der größte Punkt in der Planung betraf aber das Equipment. Denn schnell war klar, dass es nicht wie in den Alpen auf ausschließliche Hüttenübernachtungen hinausläuft, sondern auch durch spontane Entscheindungen eine Möglichkeit da sein muss, irgendwo zu nächtigen. Also muss ein Zelt mit. Und damit auch eine Iso-Matte, ein guter Schlafsack. Alles ja grundsätzlich kein Problem, aber es muss halt alles jeden Meter mitgeschleppt werden. Und wer schon mal so unterwegs war, weiß, dass man jedes Kilo auf dem Rücken spürt. Also muss es so leicht wie möglich sein. Inzwischen hat sich eine ganze Industrie um das sogenannte Ultraleicht-Trekking gebildet und bringt immer besseres und leichteres Equipment heraus.

So wurde ich auch da fündig. Man greift zwar ordentlich tief in die Tasche, aber ich werde sicherlich bei jedem Anstieg dankbar sein, dass ich das leichteste Zeug mitgenommen habe. Mein kleines Zelt reicht genau für eine Person, wird durch meine Wanderstöcke gehalten (es gibt kein extra Gestänge) und wiegt gerade mal 600 Gramm. Die Iso-Matte gerade mal 300g… es ist schon Wahnsinn, wie leicht und klein das alles ist. Hoffen wir mal, dass es hält 😀.
Neben den „großen“ Gepäckstücken wurde auch alles andere auf den Prüfstand gestellt. Großes Microfaser-Handtuch? Reicht auch zwei Nummern kleiner, spart 200g. Dicker Pulli? Eine weitere Jacke reicht auch, ziehe ich im Zweifel halt 2 an, spart wieder 150g. Und so ging es bei jedem einzelnen Gepäckstück weiter. Sogar der Rucksack wurde ausgetauscht. Das alte Deuter-Schlachtross muss nun einem ähnlich großen Exped weichen und spart mit allein fast 1,5kg. Alles wurde auf den Prüfstand gestellt. Die Technik auf das Minimum (Handy, Uhr, Kindle) abgespeckt. Einzig und allein meine elektrische Zahnbürste ist mein Luxusutensil, was zwingend mitmuss und sicherlich wieder von Mitwanderern komisch beäugt wird. Aber da gibt es keine Kompromisse.

Und so füllte sich heute der Rucksack, bis es am Ende auf die Waage ging. Vollgepackt mit 2,5l Wasser zeigt es 16 Kilogramm an. Mir sind fast die Freudentränen über die Wange geglitten. So leicht war das noch nie. Und das merkt man auch, dass es keine absolute Qual ist, das Ding hochzuheben. Ich bin sehr zufrieden – damit lässt sich arbeiten 😀. Richtige Ultraleicht-Fanatiker lachen darüber, die sind mit der Hälfte unterwegs. Aber die hängen auch die einzige Wechselbuchse, die sie haben, unterwegs an den Rucksack, damit diese am nächsten Tag wieder verwendbar ist. Ja, nee… muss auch nicht sein. Bissel Mensch will man ja doch bleiben.

So wie es die Deutsche Bahn will, geht es heute noch zum Frankfurter Flughafen ins Hotel. Und morgen heißt es dann Bonjour et Salut! Den Personalausweis hab ich diesmal sicherheitshalber mal eingepackt 😀