Es dürfte eins der schönsten Gefühle überhaupt sein – das Aktivieren der Abwesenheitsnotiz im Outlook. Signalisiert es doch klar: Ich habe fertig, ab jetzt ist erstmal Sendepause und bei Fragen wenden sie sich vertrauensvoll an unser Postfach. Nun war es am Mittwoch mal wieder soweit und der erste „richtige“ Urlaub seit der Pyrenäen/Sardinien-Odysee steht nun auf dem Programm. Klar, paar Ausflüge gab es ja zwischendurch, aber 9 Tage unterwegs ist halt doch mal wieder was anderes.
Dank einer der zahlreichen Feiertage in Bayern, deren Hintergrund mir natürlich völlig unklar ist, gab es nun noch einen kompletten freien Vorbereitungstag. Die letzten Sachen waschen, alles schon mal rauslegen, inzwischen komplette Routine. Gut, ein wenig Anpassung ist auch diesmal dabei, denn Petrus schickt aktuell dicke Regenwolken über die Alpen, die noch ein paar Tage bleiben sollen. Am Ende ist es eh egal, was man anzieht, man wird sowieso nass. Aber trocknen muss das Zeug dann eben fix. Erfahrungsgemäß haben dabei die Socken die größten Probleme, also eben da bissel mehr einpacken.
Was ist überhaupt geplant? Ich bin diesmal nicht allein unterwegs, endlich begleitet mich mal wieder Sandra. Ein eingespieltes Team, welches schon Albanien überlebt hat. Da es aufgrund der unterschiedlichen Urlaubsgrundsätze („Wann kannst du Urlaub machen?“, „Nee, da kann ich nicht“) sehr schwierig war, überhaupt ein Zeitfenster zu finden, begeben wir uns nun Anfang Juni auf Tour. Eine Zeit, in der quasi alle Berghütten sich noch im Winterschlaf befinden und die hohen Übergänge zugeschneit sind. Doch gibt es tatsächlich eine Region, wo die Wandersaison schon begonnen hat – das Salzkammergut.
Sandra’s erste Reaktion darauf, als ich dies vorschlug: „Da sind doch nur Rentner und E-Bike-Fahrer. Meine Großeltern waren da auch schon“. Angespornt von solch euphorischen Kommentaren hab ich mich dann mal wieder an meine Karte gesetzt und getüftelt. Hütten gesucht, Öffnungszeiten gecheckt, Höhenprofile studiert. Und eine Tour entworfen, die uns hoffentlich weit weg von den normalen Touristen bringt (gut, bei Dauerregen werden wir sowieso die einzigen Bekloppten unterwegs sein). Angefangen ganz im Osten des Toten Gebirges starten wir am Samstag in Spital am Pyhrn und gehen dann über eine Woche immer weiter nach Westen, bis wir hoffentlich in Pfarrwerfen rauskommen. Übernachtet wird ausschließlich in Hütten und Almen, kein Hotel, kein Sightseeing mit tausenden Touris in Hallstatt, keine Seilbahnen. So ist der Plan. Und es wird straff, lange Etappen mit vielen Höhenmetern. Ob alles so klappt, steht noch in den Sternen. Wer weiß, ob der Regen noch was verändert, wie viel Schnee noch oben liegt. Wahrscheinlich wird etwas Improvisationstalent gefragt sein. Aber das soll uns auch nicht stören.
Gern nehme ich euch die kommende Woche wieder mit auf Tour und berichte über den täglichen Wahnsinn in den Bergen. Nachher geht’s erstmal nach Salzburg.