Eigentlich hätte es ja heute die dritte Etappe von der Hochmölbinghütte auf die Tauplitzalm geben sollen. Viele Stunden durch eine wunderschöne Bergwelt des Toten Gebirges. Und stattdessen – langer Abstieg über eine Skipiste, mehrere Busfahrten und stundenlanger immer stärker werdender Dauerregen. Dreckswetter, im wahrsten Sinne des Wortes, welches uns den heutigen Wandertag leider geraubt hat. Aber der Reihe nach.

Morgens starteten wir von der Wurzeralm, auf der wir als einzige Gäste genächtigt hatten. Heute waren wieder Regenschauer en masse angesagt, so dass wir geplant hatten, unseren Zielort mit dem Bus zu erreichen. Dafür mussten wir aber erstmal ins Tal absteigen. Normalerweise würde da auch eine Standseilbahn fahren, aber halt nicht am Montag. So „durften“ wir dann den Skihang runterlaufen… wie immer ist das wirklich nicht schön, da steil und einfach auch langweilig. Aber dafür war der Start oben noch sehr interessant, Nebelschwaden umhüllten die umliegende Bergwelt.


Dann ging es hinunter, zuerst in tiefem Nebel, was dann doch etwas gespenstisch aussah. So stapften wir runter, geiferten uns gegenseitig ein wenig an, wie beschissen sich das laufen lässt und das berghoch gehen doch tausendmal schöner ist.


Unten gelangten wir nun zur Talstation der Wurzeralm, aktuell ein kleines Geisterdorf, die Sportläden verlassen, der große Parkplatz verwaist. Nun begann unsere Sightseeing-Tour mit vier verschiedenen Bussen der österreichischen Verkehrsgesellschaften, während es draußen nun richtig anfing zu gießen. Über Liezen und Stainach gelangten wir nach Thörl, wo wir im strömenden Regen uns im Almbus nach oben auf die Tauplitzalm fahren ließen. Natürlich waren wir die einzigen Gäste auf diesem Weg, kein normaler Mensch wollte bei dem Wetter noch auf den Berg.

Während wir nach oben fuhren, wurde der Regen draußen immer stärker. Sintflutartig bildeten sich kleine Wasserfälle auf dem Asphalt. Nun standen wir noch vor einem weiteren Problem – denn von der Bushaltestelle auf der Tauplitzalm mussten wir noch gut 50 Minuten zu unserer Hütte laufen. Wir wussten beide, dass wir schon nach wenigen Minuten komplett durch gewesen wären. Doch aus eigenem Bestreben fragte uns der Busfahrer, wo wir hinmüssen und brachte uns bis vor die Tür des Linzerhaus auf der Tauplitzalm.
Im Haus lernten wir gleich die Hüttenwirte kennen, die seit vier Jahren hier oben sind und ursprünglich aus Zwigge (für Nicht-Sachsen: Zwickau) kommen. Die Sachsen finden sich eben überall. Im übrigen sind wir auch wieder die einzigen Gäste für diese Nacht. Nachdem wir noch etwas Zeit hatten und der Regen etwas weniger wurde (dachten wir), gingen wir nochmal eine Runde – und die war fantastisch, wenn auch nass, da es natürlich sofort wieder richtig anfing zu regnen, als wir draußen waren.


Unser Ziel für die Runde war der Steirersee, der in einer Senke vor den umliegenden Bergen liegt. Sieht bei Sonne sicherlich noch fantastischer aus, aber auch bei Regen und tiefstehenden Wolken übt dieser Ort eine besondere Magie aus.



So ging es dann wieder zurück zur Hütte – wo es dann plötzlich aufhörte zu regnen. Nun hoffen wir, dass wir ab morgen wieder im Trockenen unterwegs sein werden. Das Wetter soll besser werden, wenn auch noch etwas wechselhaft. Morgen haben wir eine lange Tour vor uns – über 22 Kilometer, erstmal 1000 Höhenmeter runter und danach wieder rauf. Regen ist unerwünscht.

