Hüttenwirt sucht Frau

Frühstück um 9 ist auf Wandertouren ein richtiger Luxus. Kaum Stress, einfach mal gediegen in den Tag starten. Das erste Mal sogar Rührei. So kann das ganze ja nur gut werden. Durch die wetterbedingten Verschiebungen sind wir nur knapp 1,5h von unserem Zielort entfernt. Aber es wäre ja keine richtige Wandertour, wenn man einfach den schnellsten Weg von A nach B nehmen würde. Es ist ja viel schöner, einfach den steil aufragenden Berg direkt vor einem hochzulatschen, auf der Hütte da oben einzukehren und auf der anderen Seite steil wieder runter zu gehen. Das klingt nach einem Plan – also machen wir das auch.

So starten wir spät (und ziemlich vollgefressen vom Frühstück) auf den Wanderweg von Altaussee hinauf zur Loserhütte. Kurzes Startselfie am See, dann geht’s auch direkt in den Anstieg. Dieser ist zwar gut steil, aber ganz gleichmäßig zu laufen. Konstant schleppen wir uns nach oben, ab und zu wird der Blick auf die umliegende Landschaft frei.

Es ist warm, wir freuen uns natürlich, sind aber auch nicht so traurig, dass der steile Weg nach oben durch den Wald geht. Zwischendurch wechselt das Wetter aber fix, es regnet für ein paar Minuten, kurz wird es sehr windig, um danach wieder sonnig zu sein. Im oberen Teil des Anstiegs wird es felsiger, einen Steilhang erklettern wir quasi, mit Unterstützung der Hände geht es nach oben.

Zum Schluss quälen wir uns noch über eine dämliche Straße (hier kann man halt auch hochfahren), ignorieren einen Abzweig (das war sehr dämlich) und laufen daher unnötigerweise 15 Minuten auf Asphalt den Berg noch hoch. Naja… am Ende trotzdem in guter Zeit und Verfassung oben angekommen. Auf der Loserhütte genießen wir die grandiose Aussicht und freuen uns, dass wir nun das allererste Mal von einer Hütte mal was sehen. Die vorherigen Tage nur Nebel, Regen, der ganze Mist. Rennt man 2-3 Stunden den Berg hoch und es ist alles grau… doch heute ist es anders. Wir genießen unser Radler und freuen uns des Lebens.

Wir kommen noch mit den Wirtsleuten ins Gespräch, insbesondere mein großer Rucksack sorgt bei einigen für Redebedarf – wo kommts her, wo wollts hin? Der Hüttenwirt bringt uns dann komplett zum Lachen, als er meinte, dass Sandra die Frauen aus Leipzig grüßen soll unter dem Motto: „Hüttenwirt sucht Frau“. Also meine lieben Leserinnen, die Aussicht hier oben ist echt toll, vielleicht ist das ja was für euch (und wer nicht wandern will, mit Auto, Bus oder Heli ist die Hütte mit Wirt auch erreichbar).

Wir machen uns dann wieder in die Spur, passieren die große Baustelle der Loser-Seilbahn und laufen für kurze Zeit sehr gediegen am Hang entlang, bevor es dann steil in den Abstieg ging. Der Weg durch den Wald ist aber traumhaft – ein sehr gut hergerichter Waldpfad, immer gut zu laufen. Durchgehend hören wir von oben den Lärm vom Hubschrauber und überlegen, ob da jemand gesucht wurde. Aber irgendwie dauerte dies sehr lange… Im Tal haben wir dann gesehen, dass hier mit dem Heli die Baumstämme von den Bergen transportiert werden.

So erreichen wir gegen halb 4 die wunderschöne Blaa-Alm, die auch sehr gut frequentiert ist. Die Hütte liegt am Ende einer Sackgasse, umgeben von Bergen. Mit sehr gutem Essen endet der Abend, bei dem wir – nun bereits zum dritten Mal – die einzigen Übernachtungsgäste sind. Man merkt, dass die Saison hier noch komplett am Anfang ist.

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