Mit dem schönsten Sonnenuntergang ins Urlaubsfinale

Nach der Marathonetappe vom Donnerstag genossen wir am Morgen erstmal im Sonnenschein das Frühstück auf der Goiserer Hütte draußen und betrachteten dabei die wunderschöne umliegende Bergwelt.

Nachdem wir uns noch ein wenig mit dem sehr netten Hüttenwirt Max unterhalten hatten, der für uns freundlicherweise noch eine Info einholen, dass unser ursprünglicher Weg gesperrt sei, machten wir uns gemütlich nach 9 Uhr auf dem Weg. Erstmal ging es wieder zurück ins Tal – also quasi alles, was wir gestern nachmittag aufgestiegen waren, ging es nun auf der anderen Seite des Berges wieder herunter.

Nach gut 2,5 Stunden Abstieg durch den Wald kamen wir in Gosau heraus, wo wir erstmal an einer kleinen Quelle unsere Schuhe und Beine abwaschten. Im Gegensatz zum Berg war es hier nun ziemlich drückend warm. Als Konter gönnen wir uns fix noch ein Eis sowie ein kühles Radler.

So gingen wie weiter durchs Tal und was zuerst recht angenehm war, da nicht steil hoch oder runter, wurde zunehmend nerviger. Die Hitze drückte, der Weg doch weiter als gedacht. Als Alternative für den gesperrten Bergweg mussten wir auf die Seilbahn ausweichen und dafür bis ans Ende dieses doch recht langen Tal wandern. Teilweise ganz schön am Bach entlang, teilweise aber auch über Fußweg direkt an der Straße entlang.

Vor uns lag schon das Dachsteingebirge zum Greifen nahe. Nachdem wir auf die letzten 4-5km keine Lust mehr hatten, nahmen wir kurzerhand den Bus – um uns dort anschnauzen zu lassen, warum will keine kleinere Scheine als 50 Euro haben. Hilfe… der Busfahrer war wirklich völlig unentspannt. Naja, zack ging es dann zum Gosausee und seinem fantastischen Panorama. Das hat man hier nicht alleine, große Parkplätze zeugen von der Attraktivität dieses Orts.

Kurzerhand ging es dann mit der Seilbahn auf dem Gosaukamm, wo unsere Etappe aber bei weitem noch nicht vorbei war. Denn unser heutiges Ziel war die Stuhlalm und die war noch über 1,5 Stunden entfernt. So ging es nun in einen spannenden, aber auch anstrengenden Bergweg am Hang entlang.

Auch hier war durch die Nässe der vergangenen Tage das Vorankommen erschwert. Rutschige Steine, nasse Wurzeln – man musste schon gut aufpassen. Als wir dann richtig in den Hang kamen, wurde es nun sehr ungemütlich. Wir konnten sehen, wie die Schlechtwetterfront vom Westen minütlich näher kam. Rundherum donnerte es. Und dann erwischte es auch uns und es begann zu regnen. Gerade auf dem Abschnitt, wo jeder Schritt sitzen muss, weil es rechts mehrere hundert Meter steil herunter ging, wäre das nun wirklich nicht notwendig gewesen.

Doch zum Glück kam das Gewitter nicht direkt über uns und der Regen ging nach kurzer Zeit auch wieder weg. So legten wir dann nochmal den Turbo ein, um endlich im Ziel anzukommen, denn inzwischen hatten wir wieder fast 20 Kilometer auf dem Tacho. Und irgendwann tauchte sie dann in der Ferne auf – die Stuhlalm. Kleiner Fact am Rande: Auf dieser Alm wuchs der bekannte Skifahrer Marcel Hirscher in seiner Kindheit auf.

Wir wurden sofort herzlich von Tina und Stefan in Empfang genommen, welche seit 3 Jahren die Hütte hier oben leiten. Neben uns kamen auch noch zwei junge Frauen an, die am Tag drauf den Klettersteig am Dachsteingebirge laufen wollten. Aber – wir waren nicht alleine. Denn schon vorab wurden wir informiert, dass eine größere Gruppe noch für einen Junggesellenabschied eintreffen wird. Aus diesen Gründen wurden wir auch etwas separiert – die beiden Frauen bekamen das einzige „Doppelzimmer“, was mehr eine klitzekleine Kammer war, wir durften dafür in das Angestelltenzimmer mit richtigen (wenn auch sehr kurzen) Betten. Und die Lager wurden dann eben von der insgesamt sehr netten Herrengruppe belegt.

Während wir dann das Abendmahl genossen, kamen sie einer nach dem anderen den Berg  hinauf, bis am Ende 20 Mann oben waren. Es war schon vorher vereinbart, dass es nur bis 0 Uhr gehen soll, von daher hatten wir damit kein Problem, auch wenn die Hütten sehr hellhörig sind. Nun, was soll ich sagen – gegen 1 Uhr stand einer der Herren besoffen in unserem Zimmer und hat sein Bett gesucht. Nach kurzem Schock, fand er schnell den Weg wieder nach draußen.

Der eigentliche Höhepunkt war aber der Sonnenuntergang. Von der Stuhlalm sieht man komplett Richtung Westen und pünktlich kurz vor 21 Uhr bot sich ein spektakuläres Naturschauspiel, als der rote Feuerball zuerst noch über die Berge schwebte und dann langsam gen Horizont versank.

Heute morgen kam dann unser nächtlicher Besuch nochmal vorbei und entschuldigte sich, er war leicht desorientiert in der kleinen Hütte.

Wir gingen dann noch einmal komplett ins Tal herunter, nochmal gut 10km reiner Abstieg, wo wir den Tag und den Urlaub im Golling an der Salzach ausklingen lassen. Hotel mit richtigen Bett und die erste Dusche nach 3 Tagen sind halt auch geil. Und draußen geht die Welt unter mit schwerem Gewitter.

Damit endet der Trip ins Salzkammergut – 8 Tage zu Fuß durch die Berge, teilweise mit übelsten Wetter, aber auch mehrere sehr schöne Tage. Touren wie die Marathonetappe auf die Goiserer Hütte werden noch lange in Erinnerung bleiben. Nun heißt es einen Monat lang ausharren, dann geht’s in die Schweiz. Bis bald!

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