Aktuell ist es auch wirklich wie verhext – da hat man am Abend kurzzeitig noch wunderbare Sicht von der Engstlenalp auf die gegenüberliegenden Gletscher, so dreht sich in der Nacht das Wetter wieder komplett. Es regnet am Morgen, die Wolken hängen tief, die erhoffte Fernsicht ist dahin. Und damit auch einer der Höhepunkte der Tour – denn der Tag sollte über einen wundervollen Panoramaweg über den Grat gehen, mit schönsten Blicken auf die Bergwelt und vorausschauend auch in Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau. Doch hier kann man froh sein, wenn man die Bäume in 100 Meter Entfernung sieht.



Ich entscheide schweren Herzens, dass ich dann mal wieder flexibel sein muss, denn ohne Sicht bringt der Weg halt auch gar nix, eher dürfte es da durchaus anspruchsvoller werden, wenn der Weg kaum einsehbar ist. Der Bus könnte mich sofort binnen einer Stunde ins Tal bringen, aber da wüsste ich auch nicht, was ich machen sollte. Also Alternativprogramm. Hier oben gibt es ja immerhin auch einige Wanderwege.

So verschlug es mich zu einer Art Seenrunde – von der Alp hinauf zum Tannsee und dann weiter zum Melchsee. Letzterer ist übrigens fürchterlich zugebaut mit Spa-Hotels und Seilbahnen. Während ich locker flockig die Seen passierte, änderte sich das Wetter auch schlagartig. Zuerst Regen, dann wurde es kurz hell und es schien für ein paar Minuten die Sonne. Also Sonnencreme raus – nur um dann 5 Minuten später wieder in der Nebelsuppe zu stecken.


Nach gut vier Stunden war ich dann zurück auf der Engstlenalp, inzwischen war der Nebel noch dichter geworden. Ich begab mich dann nochmal in die Gastwirtschaft und wartete, bis ich dann 17 Uhr den Bus ins Tal nehmen konnte.


Und die Fahrt hatte es in sich – ich war froh, dass ich den ganzen Tag quasi noch nichts gegessen hatte, denn mir wurde richtig schlecht. Ganz schmale Straße, ohne Ende steil, zwischendurch noch Notbremsung, weil ein paar Murmeltiere auf die Straße rannten.
Nachdem ich halb torkelnd den Bus verlassen konnte, war ich nun in Meiringen – der „Sherlock Holmes“-Stadt. Mehr dazu dann im nächsten Blog. Das Preisniveau hier ist schon recht hoch, meine Unterkunft am unteren Ende. Und was ich dann bekam, spottete jeder Beschreibung. Ein ganz schmuddeliges Hinterhaus, total abgewohnter Eindruck. Mein Zimmer war eine Abstellkammer, in der man ein paar Möbel notdürftig rein geräumt hatte, inklusive Klappbett. Es war eine absolute Frechheit… für 25 Euro okay, aber umgerechnet 80 Euro dafür zu verlangen, verschlug mir die Sprache. Hatte kurz überlegt, ob ich einfach wieder abhaue, aber das nächste freie Zimmer kostete über 300 Euro. Naja, dafür gab’s ne große Calzone zum Abendbrot als Stärkung für den kommenden Tag.

whaaaat 80€ hat das Ding gekostet? Hilfe, das nächste mal doch wieder in die Alpenvereinshütten 🙏🏼😅
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