Auf den Spuren Ihrer Majestät in und um Mürren

Die Älteren unter euch werden sich sicherlich erinnern – 1969 kam mit „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ ein Bond-Film in die Kinos, der in der Schweiz gedreht wurde. Bond-typisch gibt es wilde Verfolgsszenen, hier eben in hochalpiner Kulisse. Und genau diese Kulisse war eben auch mein Wandergebiet der vergangenen beiden Tage.

Nachdem ich in Lauterbrunnen im Tal angekommen war, hieß es nun wieder berghoch. Und nicht nur irgendwas berghoch, sondern die extremen Steilwände von Lauterbrunnen, die die höchsten Wasserfälle der Schweiz beherbergen. So war der Staubbachfall quasi direkt neben meinem Hostel.

Steil ging es von Lauterbrunnen hinauf, im Gegensatz zum Vortag, der wandertechnisch eher langweilig war, gab es hier einen wunderschönen, aber richtig knackig steilen Waldweg, der an zahlreichen Wasserfällen und Bächen vorbeiführte. Von unten kann man nicht mal im Ansatz erahnen, wie schön der Weg durch die Steilwand führt.

Irgendwann kam ich dann auch wieder zum Staubbachfall, nur diesmal am oberen Ende. Hier ging es nun aber leider nicht weiter, da der Weg wegen Holzschlag gesperrt war. Sehr schade, denn die Umleitung war nicht das Gelbe vom Ei. Noch steiler den Hang hinauf und dann wird man auf einem Schotterweg ausgespuckt, der einen schweißtreibend über die Almen führte. Immerhin war hier nun wieder der Blick zu den Bergriesen frei, einfach ein magisches Bild, dass man nicht oft genug sehen kann.

In einem Gasthaus legte ich ein Päuschen ein, zwischen E-Bikern und Ausflüglern wirkte ich mal wieder wie ein absoluter Fremdkörper. Cola und Eiskaffee kosten dann aber auch schon mal gut 20 Euro…

Das letzte Stück nach Mürren war dann komplett einfach, quasi immer neben der Bahnstrecke (gut 90% aller Touris nutzen diese, um den autofreien Ort zu erreichen). Und in Mürren war dann wieder die touristische Hölle los. Klar, ein absoluter Traumort, quasi wie auf einem Balkon schaut man hier auf die Berge, die direkt gegenüber sich in den Himmel erheben. Im Supermarkt treffe ich dann mal wieder zufällig das Schweizer Pärchen, mit welchen ich vor genau 2 Wochen gestartet bin.

Nun stand leider eine schwere Entscheidung an – aufgrund einer Wegsperrung und für mich zuviel Restschnee muss ich die beiden kommenden Hochgebirgsetappen ausfallen lassen. Gern hätte diese gelaufen, die Beine wären bereit gewesen, aber das Risiko ist mir einfach zu hoch. Einmal losgelaufen, hätte ich das kaum noch abbrechen können.

So entschied ich mich, den Weg außen rum mit Bus und Bahn auf mich zu nehmen. Aber nicht, ohne heute nochmal eine Panoramatour zu starten, denn ich bin ja nun mal zum Wandern hier.

Über einen Höhenweg ging es wieder vis-a-vis zu den beeindruckenden Gipfel gegenüber, minütlich bot sich eine andere Perspektive, ein anderer Blick. Am Ende ist es einfach auch so eine schöne Belohnung, dies so sehen zu können.

Den steilen Abstieg vom Vortag wollte ich nicht nochmal wiederholen, stattdessen ging es dann in vier Minuten bergab mit der Seilbahn und dann zum Zwischenstopp am Thurnersee.

Auch hier ist es wunderschön, ich lasse den Abend gediegen am See ausklingen. Doch ganz los lassen mich die Berge der letzten Tage auch nicht, denn entfernt sieht man tatsächlich den Gipfel des Eigers über den See hervor blinzeln.

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