Auftakt zur Wandersaison 2025 und der Blog lebt natürlich weiter. Nachdem ich an den vergangenen Wochenenden bereits in den westlichen Dolomiten sowie in der Nähe vom Brenner ein paar Touren gemacht habe, geht es nun endlich wieder richtig in die vollen – der große Rucksack kommt wieder zum Einsatz, quasi jeden Tag geht es an einem anderen Ort und die Berge werden wieder unsicher gemacht.
Freitag, der 13. – Anfahrt nach Toblach an den Rand der östlichen Dolomiten. In München treffe ich mich mit Sandra, die gemeinsame jährliche Tour steht auf dem Programm. Sechs Wandertage sind geplant, dann ruft die Arbeit wieder. Von München aus geht es noch pünktlich Richtung Süden, am Brenner gibt es einen Stopp und die Ansage – die Weiterfahrt verzögert sich um 90 bis 120 Minuten. Geil! Glücklicherweise können wir in einen Regionalzug umsteigen und kommen fast pünktlich in Toblach an. Es ist heiß, wir holen uns erstmal ein Eis. Hotel bezogen, Pizza gegessen und dann war der Anreisetag auch schon vorbei.
Kurz nach 9 geht’s am Folgetag dann zur Bushaltestelle in Toblach, wir fahren noch gut 15 Minuten in die Berge hinein und verabschieden uns an der Haltestelle namens „Drei-Zinnen-Blick“. Warum die so heißt? Logisch – von hier sieht man die berühmten Drei Zinnen aus der Ferne und kann die Felstürme halbwegs erkennen. Hier beginnt unsere Wanderung, die Rucksäcke kommen auf den Rücken und dann geht es auch endlich los.


Ziel des ersten Tages ist die Hütte „Rifugio Citta di Carpi“ auf gut 2.100m Höhe, aktuell befinden wir uns noch weit unterhalb dessen. Also heißt es erstmal – Höhe gewinnen. Zuerst geht es über einen breiten Schotterpfad, dann biegen wir ab und machen uns auf einem schmalen Bergpfad hinauf. Und nach nicht mal einer Stunde passiert ein kleines Malheur – eine Wurzel stellt sich als kleine Stolperfalle heraus, und ich stürze nach vorn. Ich überlege kurz, ob ich Sandra den Hinweis geben soll, wo sich mein Organspendeausweis befindet, aber nach kurzem Check sind noch alle Gliedmaßen dran.


Weiter ging es dann über einen wunderschönen einsamen Bergpfad in Richtung Misurina, begleitet vom rauschenden Bach umgehen wir quasi die Drei Zinnen. Vor uns türmen sich immer neue der typischen Zacken der Dolomiten hinauf, die Blicke sind fantastisch.

Nach gut 3 Stunden erreichen wir dann das kleine Örtchen Misurina, hauptsächlich definiert durch den Lago di Misurina, der einfach wundervolle Panoramen offenbart. Wir trinken kurz einen Cappuccino, den unser Weg ist noch nicht vorbei. Im Gegensatz zu 99% der restlichen Touris, die hier mit dem Auto hochfahren, zwei Meter laufen und dann die Nase rümpfen, wenn die Wanderer nebenan vielleicht nicht wie das Douglas-Personal duften.


Inzwischen wurde es auch immer wärmer, die heißen Tage machen auch vor den Bergen nicht halt und fordern durchaus auch ihren Tribut. Der folgende Anstieg zerrt nun an unseren Kräften, teilweise senkrecht den Berg hinauf kämpfen wir uns voran. Man hätte auch Seilbahn fahren können, aber dafür sind wir ja nicht hier. So geht es Schritt für Schritt unter der gleißenden Sonne weiter hinauf.

Nachdem wir dem Abzweig zu einer anderen Hütte hinter uns gelassen haben, erreichen wir einen unfassbar schönen Panoramaweg. Leicht zu gehen, bietet dieser einen grandiosen Blick in Richtung Süden. Das hier ist auch für mich neues Gebiet, aber es ist fantastisch. Reihum stehen die Gipfel der östlichen Dolomiten Spalier und begrüßen einen mit den markanten Felsformationen.

Hier ist aber noch nicht Schluss, denn schließlich geht es nochmal für die letzte halbe Stunde bergauf zur Hütte. Das Abendessen muss man sich hier eben verdienen. Durchaus gezeichnet von der Wärme geht es auf die letzten Meter, bis wir schließlich an dieser wunderbaren kleinen Hütte eintrefen. Und was soll man sagen – direkt, als wir zum Eingang marschieren, beginnt es zu regnen, die angesagten Gewitter ziehen nun auf.



Wir verschwinden ins Innere, beziehen unser kleines Zimmer und genießen dann das einfache Hüttenleben. Radler, Wein, halb sieben Abendessen mit Ravioli, Polenta und Blauberren-Joghurt als Dessert. Währenddessen kracht es draußen ordentlich, es blitzt und regnet stundenlang. Perfektes Timing!
