Gegen 8 Uhr klingelt der Wecker – es ist Zeit, in das Abenteuer Via Alpina zu starten! Doch der Start ist erstmal gemütlich, vorher gibt es noch ein ausgiebiges Frühstück im Hotel. So geht es kurz vor 10 erstmal noch zum Bankautomat, um ein paar Franken in der Tasche zu haben und schließlich noch in den Supermarkt, um ein paar völlig überteuerte Schokoriegel zu kaufen, die ich für die kommenden Tage als Reserve unterwegs brauche. Die Kreditkarte glüht hier schon am ersten Tag – ich hoffe sie verbrennt nicht zwischendurch.

Zuerst gilt es, aus der Stadt heraus zu kommen, was sich als gar nicht so einfach darstellt – doch irgendwann ist die Via Alpina ausgeschildert und ab da wird es Kinderspiel sich zu navigieren, da nun ein Schild nach dem nächsten folgt.


Nach gut 30min Einlaufen auf Asphalt ging es dann in den ersten Anstieg der Tour, gut 500 Höhenmeter hinauf an den Berghang. Glücklicherweise hielt das Wetter bis hierhin, die angesagten gewittrigen Schauer sollten nun erst am Nachmittag kommen. Dennoch war es schwül, mein graues Shirt innerhalb kürzester Zeit durch und farblich nun eher schwarz… aber gut, solche Kleinigkeiten muss man eben ignorieren und die Beinchen weiter nach oben schrauben.


Der Weg war insgesamt sehr gut zu gehen, stellenweise noch etwas nass und rutschig, aber doch in sehr gutem Zustand. Sehr fix kam ich dann auch am höchsten Punkt an und hatte hier schon ordentlich Zeit im Vergleich zu den Wegweisern gut gemacht. Nun führte der Pfad am Hang entlang und ich durfte in die Nebelsuppe eintauchen, die eine beeindruckende Atmosphäre schuf.


Über Asphalt ging es hinunter ins Tal, wo ich zwei junge Frauen traf, die dann das gleiche Tagesziel wie ich anvisierten. Die beiden sind seit Mitte April unterwegs, gestartet in Triest und durchqueren gerade den kompletten Alpenbogen. Völlig irre (und ein Stück beneidenswert, soviel Zeit für so ein Projekt zu haben – kleiner Wink in Richtung Murnau 🙂 ).

Es ging weiter das Tal hoch, im letzten kleinen Dorf namens Weisstannen wurde ich auf ein nettes Schild namens „Hoflädeli“ aufmerksam. Kurz reingeschaut, gab es dort kühle Getränke zur Selbstbedienung. Da wurde natürlich zugeschlagen, so eine kühle Limo ist bei den warmen Temperaturen einfach ein Genuss.

Die letzte Stunde zur Alp Siez ist dann schnell erzählt. Ich nahm die Füße in die Hand und wollte noch trocken ankommen, denn es war schon erkennbar, dass es demnächst noch regnen muss. Der Weg zog sich am Fluss entlang, nie schwierig zu gehen, man musste aber kurz vor Schluss noch eine richtige Rampe hoch, die da irgendwie völlig unnötig wirkte. Komische Natur… Und so war ich Punkt 3 an der Alp Siez, meinen heutigen Schlafplatz.

Und was soll ich sagen – in dem Moment, wo ich unter dem Dach stand, öffnete der Himmel seine Schleusen und es schüttete ohne Ende. Absolute Punktladung! 20 Minuten nach mir kamen die beiden Frauen an, komplett durch.
Die Alp Siez besitzt mehrere hundert Kühe, produziert selber Käse und im Nebengebäude gibt es ein gemütliches Schlaflager, welches wir zu sechst belegen. Die anderen drei Gäste sind ebenfalls auf der Via Alpina unterwegs. Währenddessen schüttet es weiter, zwischendurch donnert es auch mal, Petrus lässt gerade seinen ganzen Frust über den Schweizer Bergen aus.
Morgen geht’s dann das erste Mal richtig hoch – der Foopass auf über 2200 Meter wartet, was erstmal einen mehrstündigen Aufstieg bedeutet. Und danach geht’s mal eben gut 1.500 Höhenmeter runter nach Elm, das wird ein Fest. Immerhin soll das Wetter stabiler werden.








































































































