Ach ja, so ein Ruhetag ist schon was feines. Schlafen, essen, Wäsche waschen, schlafen, essen und schließlich wieder schlafen. Viel mehr gab es gestern nicht, hatte sich dann einfach nicht gelohnt für einen neuen Eintrag 😀. Heute morgen ging es gut erholt wieder auf Tour und das kleine, feine Ochagavia ließ ich dann hinter mir.


Direkt ging es einen kleinen Waldweg bergauf, nach der Ruhe brauchen die Beine meistens ein klein wenig, bis sie wieder richtig einsatzfähig sind, aber hier waren sie dann direkt gefordert. So ging es einen schönen Weg entlang, bis ich schließlich eine breite Forststraße erreichte, der für die kommenden Stunden mein Zuhause sein sollte. Nicht besonders spannend, aber dafür lief ich nach gut einer Stunde auf jemanden auf – ebenso dick bepackt, dachte ich mir gleich, das kann nur ein anderer Weitwanderer sein.

Tini aus Belgien läuft den spanischen Weg durch die Pyrenäen und hofft auch, dass sie irgendwann Mitte / Ende September am Mittelmeer ankommt. Kurzes Hola und dann formierte sich für den heutigen Tag eine sehr nette Wanderbegleitung, die einem sehr entgegen kam, denn der Weg war insbesondere über die Mittagsstunden ziemlich unbeeindruckend. Viel im Wald stampften wir vor uns hin, erzählten auf Englisch miteinander und so verflogen die Stunden sehr schnell. Immerhin wurde es dann später interessanter – denn der Blick Richtung Osten offenbart, dass wir nun an der Schwelle zum Hochgebirge angekommen sind. Zahlreiche Berge über 2000 Meter recken ihre schroffen Wände uns entgegen und die Vorfreude nach über einer Woche im „Vorgebirge“ steigt enorm an.


Es ist wie eine Art Test – erst wenn man bereit ist, über 150km vom Atlantischen Ozean nach Osten über Felder, Wälder und unzählige Hügel zu latschen, hat man es auch verdient, über die kommenden Wochen in die richtigen Pyrenäen einzutauchen. Und das haben wir nun quasi geschafft. Über einen Bergkamm gingen wir nun weiter und konnten immer wieder die umliegende Bergwelt bestaunen.


Zum Abschluss des Tages folgte dann noch ein kräftezehrender, teils sehr steiler Abstieg. Landschaftlich größtenteils sehr schön durch einen Märchenwald, zwischendurch eine kleine wunderschöne Kapelle und dann waren wir nach 6 Stunden im heutigen Ziel Isaba.



An einer Bar gönnten wir uns noch eine Cola und verabschiedeten uns. Ich bin ins Hostel, sie mit ihrem Zelt irgendwo in die Botanik. Da ich morgen den spanischen Weg verlasse und mich nun wieder Richtung Frankreich orientiere, trennen sich kurzzeitig unsere Wege, aber vielleicht sieht man sich doch in den kommenden Woche nochmal. Morgen geht es für mich auf die erste Hütte, das Refugio Linza, sehr wahrscheinlich ohne Empfang. Man liest sich in 2 Tagen.

21 km, 770hm hoch, 720hm runter, mit Pause gut 6 Stunden